für Epoxydharz- bzw. Polyurethan Versiegelungen und
Beschichtungen
Allgemeines
Die Nutzung eines Bodenbelages führt zu
Verschleiß und eventuell zu Verfärbungen. Schmutz, insbesonder
ein körniger Struktur, verstärkt die Scheuerwirkung auf der
Belagsoberfläche und führt zu irreparablen Schäden. Darum sollte
aus hygienischen sowie werterhaltenden Gründen jeder Bodenbelag
gereinigt und gepflegt werden.
In der Bauphase ist der Bodenbelag durch
Abdecken zu schützen. Durch eine baubegleitende Reinigung sind
regelmäßig Sand, Staub und sonstige lose Verschmutzungen zu
entfernen. Bei der farblichen Auswahl des Bodenbelages ist zu
berücksichtigen, dass helle Farbtöne einen erhöhten
Reinigungsaufwand bedingen.
Bei der Reinigung und Pflege
unterscheidet man zwischen:
- Bauschlussreinigung
- Basispflege
- Grundreinigung/Intensivreinigung
- Unterhaltsreinigung und -pflege manuell oder maschinell
- Nachpflege
Bei der Auswahl der Reinigungs- und
Pflegemittel, der eingesetzten Mechanik (Maschinen oder Pads)
sowie des Reinigungsverfahrens ist grundsätzlich darauf zu
achten, dass nur solche angewendet werden, die den Belag nicht
schädigen.
Zur mechanischen Behandlung werden an
Reinigungsgeräten neben Bürsten unterschiedliche Aufsätze, die
farblich differenziert werden, eingesetzt. Je dunkler das Pad,
desto intensiver ist die Schleifwirkung.
- Schwarzes Pad
- Rotes Pad
- Grünes Pad
- Weisses Pad
- Contact Pad
Zusätzlich gelten insbesondere bei
Beschichtungen mit einem hohen dekorativen Anspruch, dass 85 %
des Schmutzes mit den Schuhen ins Gebäude herein getragen
werden. Durch Einsatz effektiver Sauberlaufzonen reduzieren sich
dieReinigungskosten, die Optik und die Lebensdauer des Belages
verbessern sich deutlich. Vor der Eingangstür liegende Roste
müssen über die ganze Türbreite reichen, so dass man nicht
seitwärts an ihnen vorbeilaufen kann. Die Länge des Rostes muss
zwei bis drei Schrittlängen, also ca. 150 cm, betragen. Es
sollten möglichst „offene“ oder bewegliche Roste gewählt
werden. Als Sauberlaufzone im Eingangsbereich können textile
Läufer und Matten eingesetzt werden. Sie schützen den Bodenbelag
vor Feinschmutz, Staub und Feuchtigkeit und können leicht
gereinigt werden.
Bauschlussreinigung
Vor dem Nutzungsübergang muss ein neu
verlegter Bodenbelag einer Bauschlussreinigung unterzogenwerden.
Je nach Anschmutzungsgrad werden dazu
a) bei leichter
Verschmutzung neutrale bis leicht alkalische Reiniger
eingesetzt. Es empfiehlt sich neben der manuellen Reinigung
vorzugsweise eine maschinelle Nassreinigung mit unterlegter
Schrubbbürste oder rotem Pad.
b) Bei starker
Verschmutzung wird Grundreiniger verwendet. Geeignete
Grundreiniger werden mit Wasser verdünnt aufgetragen und man
lässt sie einige Minuten einwirken. Durch leichte mechanische
Bearbeitung mit einer Einscheibenmaschine und unterlegtem roten
Pad oder geeigneter Schrubbbürste, wird der Schmutz angelöst und
anschließend mit dem Wassersauger aufgenommen.
Bei beiden Reinigungsarten muss vor der
nachfolgenden Basispflege die gesamte Belagsoberfläche mit
klarem Wasser neutralisiert werden und vollständig abgetrocknet
sein.
Basispflege
Nach der Bauschluss- bzw. Erstreinigung kann
der Bodenbelag eingepflegt werden. Die Einpflege vermindert
Auswirkungen mechanischer und färbender Vorgänge auf der
Bodenbelagsoberfläche und erleichtert die Unterhaltsreinigung.
Generell wird unterschieden in
- Gering bis normal frequentierte Bereiche
Auf gering bis normal frequentierten Flächen sind
Wischpflegemittel geeignet, die bei der Unterhaltsreinigung
dem Wischwasser beigemischt werden. Zur Filmbildung wird
empfohlen, in der Anfangszeit die
Wischpflegemittel-Konzentration im Wischwasser zu erhöhen.
Durch Polieren des zurückbleibenden Pflegefilms entsteht ein
geschlossener und strapazierfähiger Pflegefilm.
- Stark frequentierte Bereiche
Stark frequentierte Flächen sind mit tritt- und wasserfesten
Selbstglanz-Emulsionen oder Polymer-Dispersionen zu
behandeln. Die Pflegemittel hinterlassen nach dem Trocknen
eine dünne Beschichtung auf dem Bodenbelag, die als Basis
für die Unterhaltsreinigung dient.
Grund-/Intensivreinigung
Grund-/Intensivreinigungen sind entsprechend
der Nutzung oder bei sehr hartnäckigen Verschmutzungen bzw. bei
Pflegemittelüberlagerungen
regelmäßig notwendig. Die Reiniger werden mit Wasser verdünnt
aufgetragen und man lässt sie gemäß Herstellerangabe einwirken.
Der Schmutz wird dann mit leichter mechanischer Bearbeitung
durch Ein- oder Mehrscheibenmaschinen mit Tank und geeigneter
Schrubbürste oder Treibteller mit unterlegtem Reinigungspad
(max. rotem Pad) abgelöst.
Die Schmutzflotte wird mit einem
Wassersauger aufgenommen. Nach der Grundreinigung muss die
Belagsfläche so lange mit klarem Wasser nachgespült werden, bis
alle Reinigungsmittelreste entfernt sind. Nach vollständiger
Trocknung des Bodenbelages erfolgt eine erneute Basispflege.
Wird dieses nicht beachtet, kann es zu Haftungsproblemen des
Einpflegemittels führen. Reinigungs- und Pflegemittelhersteller
bieten aufeinander abgestimmte Reinigungs- und Pflegemittel an.
Es empfiehlt sich daher, die Reinigungs- und Pflegemittel eines
Herstellers zu verwenden.
Unterhaltsreinigung
Die Unterhaltsreinigung wird je nach Art und
Grad der Verschmutzung mit auf die jeweilige Einpflege
abgestimmten Reinigungs- und Pflegemitteln nach den im
folgenden beschriebenen Verfahren durchgeführt.
- manuell
Leichte Verschmutzungen mit lose liegendem oder leicht
haftendem Schmutz werden mit Feuchtwischgeräten und
nebelfeuchten Wischbezügen aufgenommen. Dabei wird die
Oberseite des Bodenbelages vollständig mit Wischwasser
(Reinigungs- oder Wischpflegemittel nach Herstellerangaben
dem Wasser zugegeben) benetzt, ohne dass Wasser auf dem
Bodenbelag stehen bleibt. Beim Einsatz eines
Wischpflegemittels bildet sich nach dem Abtrocknen ein
feiner Pflegefilm auf der Belagsoberfläche. Bei stärkeren
Verschmutzungen verbleibt ein dünner Wasserfilm auf der
Oberfläche und nach Einwirkzeit wir die Schmutzfracht
aufgenommen.
- maschinell
Für großflächige Projekte gibt es
Reinigungsautomaten, die in einem
Arbeitsgang schrubben und saugen. Das Verfahren entspricht
der Nassreinigung. Dem Wasser wird ein geeigneter Reiniger
oder ein geeignetes Wischpflegemittel nach Anweisung des
Reinigungsmittelherstellers zugegeben. Damit sich ein
Pflegefilm bilden kann, muss die Absaugung des Automaten
gemäß Vorschrift des Geräteherstellers eingestellt werden.
Statische Aufladungen
Durch Ladungstrennung (Influenz) kann es
insbesondere bei frisch verlegten Kunstharzbeschichtung beim
Begehen oder Befahren zu einer Aufladung von Personen und
Fahrzeugen kommen. Dieser störende Effekt wird durch sehr
trockene Raumluft noch verstärkt, so dass in der Heizperoide mit
geringen
relativen Luftfeuchtigkeiten < 30 % r.F. alle
Kunstharzbeschichtungen mit einer antistatisch Einpflege zu
behandeln sind. Dieses gilt für auch bei ableitfähigen
oder esd-gerechten Bodenbelägen.
Generell können ableitfähige Beläge nach den
beschriebenen Arten gereinigt und unterhalten werden.
Reinigungs- und Pflegemitteln sind
dahingehend zu überprüfen, dass keine isolierenden Schichten
erzeugt werden, welche die Gebrauchstauglichkeit der
Leitfähigkeit beeinträchtigen. Hier ist immer die Fachberatung
der Reinigungsmittelhersteller mit einzubeziehen.
Rutschhemmende Beläge
Rutschhemmende Beläge sind insbesondere ab
Rutschhemmklasse R 10 einem erhöhten Reinigungsaufwand
unterworfen. Durch die Oberflächenstruktur haftet
Schmutz leichter an. In der Regel ist die Reinigung mit
Bürstensystemen durchzuführen.
Besondere Hinweise
Verfärbungen: Farbiger -
vor allem schwarzer - Gummi kann bei längerem Kontakt
mit einem Bodenbelag Verfärbungen hinterlassen, die nicht mehr
entfernbar sind, z.B. Autoreifen oder Maschinenfüße. Um diese
Verfärbungen zu vermeiden wären
geeignete Polyurethanräder bzw. Unterlegmatten zu verwenden.
Farbstoffe, Haarfärbemittel, Bleichmittel oder
Desinfektionsmittel können ebenfalls Verfärbungen verursachen,
wenn diese nicht unmittelbar entfernt werden.
Bürostühle/Möbel:
Bürostühle sollten bei elastischen Belägen und Beschichtungen
gemäß DIN 12529 mit weichen Rollen "Typ W" ausgestattet sein.
Mobiliar ist mit weichen Filzgleitern auszustatten. Weiterhin
ist darauf
zu achten, das die Auflagekanten von Möbeln und Stühlen
abgerundet und nicht scharfkantig sind.
Funken/Brandflecken: Je
nach Temperatur und Kontaktzeit kann es durch Funkenflug oder
Zigarettenglut zu Brandflecken in der Beschichtungsoberfläche
kommen.
Gummiabrieb: Bei befahrenen
Flächen kommt es durch den Gummiabrieb zu Verfärbungen in der
Beschichtungsoberfläche. Weiterhin weisen befahrene
Flächen erhöhten Abrieb und Nutzungsspuren auf. Dies gilt
insbesondere in Bereichen bei starkfrequentierten Verkehr und
schnell drehenden Stablerrädern
(Einbrenneffekte).